Gravel in der Kaschubischen Schweiz: Rundtour ab Stężyca über Kartuzy und Chmielno
✨ Wichtigste Streckeninfos (Quick Facts)
GPX-Route für Garmin, Wahoo, Komoot und andere Fahrradcomputer
Laden Sie die kostenlose GPX-Spur dieser Radtour herunter. Die Datei kann auf Fahrradcomputern von Garmin Edge, Wahoo ELEMNT, Hammerhead Karoo, Bryton Rider sowie in Apps wie Komoot, OsmAnd und Ride with GPS verwendet werden.
- 1. Gravel in der Kaschubischen Schweiz: Rundtour ab Stężyca über Kartuzy und Chmielno
- 2. Die Tour auf einen Blick & Ausrüstung
- 3. Dem Lauf der Radunia entgegen: Start und Waldpfade
- 4. Das Herz der Kaschubei: Kartuzy und das Schloss Łapalice
- 5. Das blaue Band von Chmielno und Rückkehr zum See
- 6. Sehenswürdigkeiten am Wegesrand
- 7. Praktische Hinweise: Gastronomie, Wasser und Ausrüstung
▶ Strecken-Video & YouTube-Vlog
Nakręcone Rowerem — YouTube
YouTube HD@nakrecone-rowerem • Radsport, Gravel & Berge
Kaszubski klasyk: Zamek Łapalice, Kartuzy i Kamienne Kręgi na gravelu
Interaktive GPS-Karte
Präziser GPX-Routenverlauf mit Wegpunkten
Streckenprofil & Bodenbelag
Bodenbeschaffenheit, Streckenprofil und Ausrüstungstipps
🏆 Highlights & Sehenswürdigkeiten:
- ✓ Durchbruchstal der Radunia und die langgestreckten Raduńskie-Rinnenseen
- ✓ Geheimnisvolle Bauruine des Schlosses Łapalice mitten im Wald
- ✓ Stiftskirche Mariä Himmelfahrt in Kartuzy mit dem sargförmigen Dach
- ✓ Aussichtsreiche Moränenkämme bei Chmielno und Koszowatka
🛣️ Streckenprofil & Bodenbelag
Sehr abwechslungsreiche Strecke: Schnelle Asphaltabschnitte wechseln sich mit kompaktem Waldschotter, unbefestigten Feldwegen und kurzen sandigen Passagen ab. Das Profil ist typisch wellig mit kurzen, giftigen Moränenrampen mit Steigungen von weit über 10-15%.
🚴 Empfohlenes Bike & Ausrüstung
Optimal ist ein Gravelbike oder ein leichtes Cross-/MTB-Hardtail mit mindestens 40–45 mm breiten Reifen. Ein vielseitiges Profil (z. B. Pirelli Cinturato Gravel M) garantiert Grip auf losem Schotter und Nadelböden, während eine bergtaugliche Übersetzung für flüssigen Tritt an steilen kaschubischen Rampen sorgt.
📍 Ort — Polen
Gemeinde Stężyca, Pommern, Polen (PL) — 69.7 km, +823m.
Gravel in der Kaschubischen Schweiz: Rundtour ab Stężyca über Kartuzy und Chmielno
Die Morgenluft über dem oberen Raduńskie-See riecht nach feuchtem Schilf und kühlem Morgentau, der den ersten wärmenden Sonnenstrahlen weicht. Stężyca erwacht gemächlich. Bevor der Ausflugsverkehr einsetzt, klicke ich in die Pedale und halte auf die sanft geschwungenen Hügel der Kaschubischen Schweiz in Polen zu. Diese Region lässt keine Langeweile aufkommen: Die eiszeitlichen Gletscher formten eine Landschaft, die an ein Voralpenland erinnert. Hinter jeder Kurve funkelt das Blau eines Sees oder ragt eine steile Wand aus dichtem Buchenwald auf. Vor mir liegen knapp siebzig Kilometer pures Abenteuer auf meinem Rose Backroad AL GRX 400.
| Parameter | Daten |
| Distanz | 69.7 km |
| Höhenmeter | +823 m |
| Reine Fahrzeit | ~4h 6m |
| Gefahrenes Rad | Rose Backroad AL GRX 400 (2020) |
| Höchster Punkt / Panorama | 235 m ü. d. M. (km 40.3) |
| Königsetappe / Steiler Anstieg | 1 km (+52 Hm, max. 15%) |
| Streckencharakter | Malerische Entdeckungsreise / Feiner Schotterflow und ruhige Nebenstraßen |
Dem Lauf der Radunia entgegen: Start und Waldpfade
Die ersten Kilometer ab Stężyca führen mich sanft nach Pierszczewko. Frischer Tau glitzert auf den Gräsern, während die 45 mm breiten Pirelli Cinturato Gravel M leise über den feuchten Schotter rollen. Der erste Rastplatz bei km 4.7 in Pierszczewko belohnt mit Seeblick und leisem Schilfrauschen. Wenig später passiere ich Krzeszna und überquere die Gleise nahe Bahnsteig 2, wo warmer Holzgeruch von Bahnschwellen und Kiefernnadeln in der Luft liegt.
Das Terrain verliert zügig seine Flachheit. Die Strecke beginnt zu pumpen, und ab Kilometer 9 bei Kolańska Huta nahe dem Aussichtspunkt Na Koszowatkę zeigen die Moränen ihre Zähne. Die Steigungen sind keine endlosen Alpenpässe, doch die Rampen verlangen ordentlich Watt auf den Pedalen. Das steife Aluminium-Backroad mit Carbongabel sprintet willig voran, während die hydraulischen GRX RX400 Scheibenbremsen auf den geschotterten Kurven hinab ins Flusstal der Radunia absolute Sicherheit bieten.
Über Sławki und Somonino öffnet sich die Landschaft zu weiten Hügelwiesen. Ein kurzer Halt am Forsthaus Sarni Dwór bringt Erholung vor den nächsten Waldpassagen. Der Schotter rund um Wyczechowo ist feinster Gravel-Genuss: Fester, kompakter Untergrund unter einem dichten Blätterdach, durch das die Sonne goldene Muster auf den Weg zeichnet.
Das Herz der Kaschubei: Kartuzy und das Schloss Łapalice
Nach Leszno nimmt die Route Kurs auf die heimliche Hauptstadt der Region: Kartuzy. Beim Ortseingang sticht sofort die gotische Stiftskirche der Kartäusermönche ins Auge – gekrönt von einem Dach in Form eines Sargdeckels, als eindringliches Memento Mori. Mitten im Zentrum am Marktplatz (km 33.6) lege ich eine Kaffeepause ein. Hier fülle ich meine Trinkflaschen auf, gönne mir einen Snack und bestaune das renovierte Zentrum dieser von vier Seen umgebenen Stadt.
Von Kartuzy klettert der Weg hinauf nach Łapalice, wo die Forste dichter und wilder werden. Bei Kilometer 40.3 erreicht die Tour mit 235 m ü. d. M. ihren Scheitelpunkt. Plötzlich tauchen zwischen den Buchen die gewaltigen Betontürme des unvollendeten Schlosses Łapalice auf. Diese monumentale Bauruine aus den 1980er Jahren wirkt wie eine surreale Filmkulisse mitten im Urwald. Wenige Meter weiter lädt die hölzerne Waldkapelle an der Podgórna-Straße zur stillen Einkehr ein.
Die rauen Waldpassagen fordern jedoch Tribut: An meinem Rose R Thirty Disc Hinterrad quittiert eine Speiche mit lautem Knall den Dienst. Das Laufrad hat einen leichten Seitenschlag, aber dank üppiger Reifenfreiheit am Rahmen schleift nichts. Ein deutliches Zeichen dafür, dass die kaschubischen Pisten echtes Testgelände für Material sind.
Das blaue Band von Chmielno und Rückkehr zum See
Von Łapalice führt eine flotte Abfahrt nach Chmielno – eines der schönsten Dörfer Polens, malerisch eingezwängt auf einer Landenge zwischen dem Weißen See (Jezioro Białe) und dem Kłodno-See. An der Świętopełka-Straße (km 51.3) halte ich inne. Chmielno ist das Zentrum traditioneller kaschubischer Töpferei der Familie Necel. Am Ufer sitzend beobachte ich die Segelboote, begleitet vom Rauschen des Wassers.
Der finale Abschnitt verläuft entlang des Radunia-Rings über Przewóz, wo ich die malerische Flussbrücke überquere. Die warme Nachmittagssonne wirft lange Schatten auf die sandigen Wirtschaftswege. Auf den letzten Kilometern cruise ich entspannt zurück nach Stężyca. Auf dem Tacho stehen knapp 70 Kilometer und über 800 Höhenmeter. Die müden Beine werden belohnt mit der reinen Zufriedenheit eines perfekten Gravel-Tages.
Sehenswürdigkeiten am Wegesrand
- ↳ Stiftskirche Mariä Himmelfahrt in Kartuzy: Weltweit einzigartige gotische Klosterkirche mit dem markanten Sargdeckeldach, kunstvollen Chorgestühlen und historischen Ledertapeten.
- ↳ Schloss Łapalice: Ein gigantischer, unvollendeter Rohbau mit 12 Türmen und hohen Gewölbebögen. Eine faszinierende, mystische Lost-Place-Attraktion im Wald.
- ↳ Töpferdorf Chmielno: Malerische Siedlung auf der Landenge, bekannt für das Keramikmuseum der Familie Necel und authentisches kaschubisches Kunsthandwerk.
- ↳ Radunia-Flusstal & Rinnenseen: Malerische Kette eiszeitlicher Seen, eingerahmt von steilen Buchenwäldern, die spektakuläre Weitblicke bieten.
Praktische Hinweise: Gastronomie, Wasser und Ausrüstung
- ↳ Kaffeepause & Verpflegung: Schöner Rastplatz bei km 4.7 in Pierszczewko. Richtige Kaffeepausen bieten sich am Marktplatz in Kartuzy (km 33.6) oder direkt am Seeufer in Chmielno an der Świętopełka-Straße (km 51.3) an.
- ↳ Wasser und Schutzhütten: Supermärkte zur Verpflegung gibt es in Somonino, Kartuzy und Chmielno. Überdachte Forsthütten befinden sich bei Wyczechowo und Łapalice.
- ↳ Fahrrad- und Reifenwahl: Optimal sind Gravelbikes oder leichte Mountainbikes. Reifenbreiten von 42 bis 47 mm mit Allround-Profil bieten den besten Mix aus Rollwiderstand und Pannensicherheit auf wechselndem Untergrund.
- ↳ Navigation: Das Wegenetz in den Kaschubischen Wäldern ist dicht verzweigt und das Mobilfunknetz stellenweise schwach. Es wird dringend empfohlen, den GPX-Track vorab auf den Radcomputer zu laden.
Häufig Gestellte Fragen (FAQ)
Alles Wissenswerte vor dem Start der Tour
Wie viel Zeit sollte man für diese Gravel-Runde einplanen?
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Welche Sehenswürdigkeiten liegen direkt an der Strecke?
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Welches Rad und welche Reifen sind am besten geeignet?
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